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Bremer Anzeiger - Aktuelles Kinoprogramm

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Komplett tätowiert, eine coole Sau, ein Mann ohne Angst: Luke (Ryan Gosling) ist Stuntfahrer bei einer Motorradshow, ein kleiner Star auf dem Jahrmärkten Neu Englands. Er tingelt von Stadt zu Stadt, kann nirgends sesshaft werden, will sich nicht binden. Bis er erfährt, dass er mit einer flüchtigen Bekanntschaft ein Kind gezeugt hat. Damit muss man erst einmal fertig werden. Sein Stolz ist verletzt, weil ihn Romina (Eva Mendes) nicht informierte und jetzt mit einem anderen Mann zusammenlebt. Nach seinem umjubelten "Blue Valentine" (2010) beschäftigt sich Filmemacher Derek Cianfrance einmal mehr mit dem Leben in seiner schmerzhaften Normalität. Geschildert in drei famosen Akten, ist "The Place Beyond The Pines" ein Film über Familie und Verantwortung, über Schuld und Sühne und über die Konsequenzen von Entscheidungen, die man trifft.
Erschrecken will gelernt sein: 2001 eroberten Mike Glotzkowski und Sulley Sulivan in der "Monster AG" die Herzen der Kinozuschauer. Zwölf Jahre später werden sie auf "Die Monster Uni" geschickt: Die Fortsetzung des Pixar-Animationsfilms erzählt die Vorgeschichte der beiden Superschrecker, die davon träumen, bei den Elektrizitätswerken ihrer Stadt Monstropolis zu arbeiten. Dort wird aus den Angstschreien der Kinder Energie gewonnen. Um das notwendige Diplom für den Beruf zu erwerben, müssen sie auf dem College nicht nur verschiedene Schrecktechniken lernen, sondern auch eine Menge über sich selbst. Die zum Disney-Konzern gehörende Animationsschmiede Pixar berichtet von den Flegeljahren der Monster in einem erbaulichen 3D-Familienfilm, dem etwas mehr Ironie und überraschende Momente nicht geschadet hätten.
Es kam einem Desaster nahe: Bei einem Budget von geschätzten 270 Millionen US-Dollar spielte "Superman Returns" an den US-Kinokassen nur rund 200 Millionen wieder ein. Nachdem der Schock bei Warner langsam verdaut war, entschieden sich die Bosse, dass der Held mit dem S auf der Brust einen Neuanfang verdient. Superman, eine der wichtigsten und dienstältesten Comicfiguren, ist als Marke auch einfach zu wichtig, um in der Versenkung zu verschwinden. Für "Man Of Steel" musste demnach auch ein neuer Ansatz gefunden werden, um nicht in die Kontinuitätsfalle zu geraten. Supermans Geschichte fängt nun dort an, wo alles mit dem Helden anfing: auf Krypton, seinem Heimatplaneten.
"Ich habe dich seit Jahren nicht mehr denken gehört", sagt irgendwann in "Before Midnight" Jesse (Ethan Hawke), der wunderbarste Langzeitliebhaber der Filmgeschichte, zu seiner hinreißend authentischen Lebensgefährtin Céline (Julie Delpy). Damit spricht er Millionen Zuschauern, die seit nunmehr 18 Jahren gebannt das Liebesglück und Liebesleid von Jesse und Céline auf der Leinwand mitverfolgen, wieder einmal aus dem Herzen. In "Before Sunrise" trafen sie sich in einem Zug nach Wien und verbrachten spontan eine Nacht miteinander, neun Jahre später haben sie sich in "Before Sunset" in Paris wiedergefunden. Und wieder vergingen neun Jahre bis das kongeniale Trio - bestehend aus dem Regisseur Richard Linklater und seinen beiden Hauptakteuren - in "Before Midnight" zeigt, was aus dem romantischsten Liebespaar der Generation X inzwischen geworden ist.
Dreieinhalb Männer, eine Frau, den Tango und das Gefängnis: Was will man mehr für einen richtig guten Sommerfilm? Zwar ist "Tango Libre" kein typischer Tangofilm, wie der Titel suggerieren mag, aber er hat den Rhythmus des Tangos und spielt über weite Strecken mit dem Schmerz, der Leidenschaft und der Eifersucht, die den Tango prägen. Und an einigen seiner schönsten Stellen huldigt dieser Knastfilm dann auch den Schritten und Posen des Tangos selbst - sei es bei der schüchternen Tanzstunden-Paarung, sei es bei der kraftstrotzenden Macho-Formation, die zum Symbol einer Gefangenenrevolte wird.