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Gefährten
Pferde-Porno
Jahr: 2011
Land: USA / IND
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Jeremy Irvine, Tom Hiddleston, Toby Kebbell
FSK:
Start: 05.01.2012
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Damit nichts missverstanden wird: In sexueller Hinsicht ist Steven Spielbergs opulente Groschenroman-Verfilmung natürlich völlig keimfrei. Und auch als Kriegsfilm trägt er - als groteskes Gegenstück zu Spielbergs beklemmend realistischen Oscar-Erfolg "Der Soldat James Ryan" (1998) - sein diesmal jugendliches Freigabealter völlig zu Recht. Blutströme oder allzu verstörende Nahkampfszenen, wie sie bekanntlich im Granaten- und Giftgas-Horror der Schützengräben an der Tagesordnung waren, durften hier nur angedeutet werden.
Wunden trägt eigentlich nur der Hengst davon - ein feuriges, aber verletzliches Rassepferd, das sich beim brutalen Ackereinsatz auf ländlicher Scholle und auch im Stacheldrahtverhau des Ersten Weltkriegs beinahe aufreibt. Aber eben nur beinahe. In der stärksten Szene des Films, die zwar wie viele andere in ihrer platten Symbolik höchster Kitschgefahr unterlegt und in ähnlicher Form schon in anderen Weltkriegs-Märchen zu sehen war, hat sich das edle "War Horse" (so der US-Originaltitel) hoffnungslos in den todbringenden Eisenverschanzungen im Niemandsland zwischen deutscher und britischer Front verheddert. Und das Wunder wird möglich: Von beiden Seiten klettern mutige Befehlsverweigerer - darunter auf reichsdeutscher Seite ein von Hinnerk Schönemann gespielter schlagfertiger Düsseldorfer - aus dem Morast und befreien gemeinsam das Pferd. So schön könnte Pazifismus sein. Danach wird weiter geschossen.
Aber der Reihe nach: Erzählt wird eine durchweg auf Epos getrimmte Liebesgeschichte zwischen Mensch und Kreatur - mit dem edlen Rassehengst Joey (zuvor bereits in "Seabiscuit" oder "Die Legende des Zorro" zu sehen). Ihren Ausgang nimmt sie in einem pastoralen Regenbogenfarben-England, das direkt dem Bilderbuch entsprungen scheint. Hier freunden sich der Bauernsohn Albert (Jeremy Irvine) und das Pferd miteinander an. Gefahr geht nur vom versoffenen Vater Ted (Peter Mullan) aus, der Joey zum harten Dienst an der Pflugschar verdonnert. Als dann wie aus dem Nichts der Erste Weltkrieg ausbricht, ist's mit der Idylle rasch vorbei. Joey wird an einen arroganten adeligen Offizier verkauft. Albert weint bittere Tränen.
Auf den Schlachtfeldern wechselt das Pferd dann wiederholt die Besitzer, landet auch in den Händen von zwei deutschen Deserteuren (darunter David Kross), als Kanonenzugpferd an der Front und schließlich beinahe beim Pferdemetzger. Doch dann - kaum sind fast drei Stunden vergangen - gibt es ein wunderliches Wiedersehen.
Man kann Steven Spielberg, den man für viele andere ikonische Filme lieben muss, nur danken, dass er sich einen Kunstgriff verkniffen hat: In der Vorlage, einem zu Recht lange vergessenen Kinderbuch aus dem Jahr 1982, fiel Hengst Joey sogar noch die Rolle des Erzähler seiner eigenen Geschichte zu. Dafür bot Spielberg alle erdenklichen Schauwerte auf, um Mädchen- und Männerherzen zu rühren - inklusive eines unerträglich schmalzigen John-Williams-Soundtracks. Dass sich nach einem sinnlichen Höhepunkt schnell Katerstimmung und das Gefühl von Ausgelaugtheit einstellt, passt diesmal ins Bild.
Wunden trägt eigentlich nur der Hengst davon - ein feuriges, aber verletzliches Rassepferd, das sich beim brutalen Ackereinsatz auf ländlicher Scholle und auch im Stacheldrahtverhau des Ersten Weltkriegs beinahe aufreibt. Aber eben nur beinahe. In der stärksten Szene des Films, die zwar wie viele andere in ihrer platten Symbolik höchster Kitschgefahr unterlegt und in ähnlicher Form schon in anderen Weltkriegs-Märchen zu sehen war, hat sich das edle "War Horse" (so der US-Originaltitel) hoffnungslos in den todbringenden Eisenverschanzungen im Niemandsland zwischen deutscher und britischer Front verheddert. Und das Wunder wird möglich: Von beiden Seiten klettern mutige Befehlsverweigerer - darunter auf reichsdeutscher Seite ein von Hinnerk Schönemann gespielter schlagfertiger Düsseldorfer - aus dem Morast und befreien gemeinsam das Pferd. So schön könnte Pazifismus sein. Danach wird weiter geschossen.
Aber der Reihe nach: Erzählt wird eine durchweg auf Epos getrimmte Liebesgeschichte zwischen Mensch und Kreatur - mit dem edlen Rassehengst Joey (zuvor bereits in "Seabiscuit" oder "Die Legende des Zorro" zu sehen). Ihren Ausgang nimmt sie in einem pastoralen Regenbogenfarben-England, das direkt dem Bilderbuch entsprungen scheint. Hier freunden sich der Bauernsohn Albert (Jeremy Irvine) und das Pferd miteinander an. Gefahr geht nur vom versoffenen Vater Ted (Peter Mullan) aus, der Joey zum harten Dienst an der Pflugschar verdonnert. Als dann wie aus dem Nichts der Erste Weltkrieg ausbricht, ist's mit der Idylle rasch vorbei. Joey wird an einen arroganten adeligen Offizier verkauft. Albert weint bittere Tränen.
Auf den Schlachtfeldern wechselt das Pferd dann wiederholt die Besitzer, landet auch in den Händen von zwei deutschen Deserteuren (darunter David Kross), als Kanonenzugpferd an der Front und schließlich beinahe beim Pferdemetzger. Doch dann - kaum sind fast drei Stunden vergangen - gibt es ein wunderliches Wiedersehen.
Man kann Steven Spielberg, den man für viele andere ikonische Filme lieben muss, nur danken, dass er sich einen Kunstgriff verkniffen hat: In der Vorlage, einem zu Recht lange vergessenen Kinderbuch aus dem Jahr 1982, fiel Hengst Joey sogar noch die Rolle des Erzähler seiner eigenen Geschichte zu. Dafür bot Spielberg alle erdenklichen Schauwerte auf, um Mädchen- und Männerherzen zu rühren - inklusive eines unerträglich schmalzigen John-Williams-Soundtracks. Dass sich nach einem sinnlichen Höhepunkt schnell Katerstimmung und das Gefühl von Ausgelaugtheit einstellt, passt diesmal ins Bild.
Bildergalerie

Ein farbiger Kriegswimpel wird für Albert (Jeremy Irvine) zum Erkennungszeichen - und Fetisch. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Zwei deutsche Deserteure, darunter Gunther (David Kross, rechts), ergreifen hoch zu Ross die Flucht. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Regisseur Steven Spielberg setzte mit "Joey" auf ein Pferd, das schon in US-Erfolgen wie "Seabiscuit" oder "Die Legende des Zorro" zu sehen war. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
©DreamWorks II Distribution Co., LLC
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Ein Mann, ein Pferd, ein unglaublich sentimentaler Groschenroman-Film: Steven Spielbergs "Gefährten" (2011) mischt Kriegsschrecken und Tierliebe auf manipulative Weise. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Ein temperamentvoller Charakter: Joey lässt sich nur den Bauernjungen Albert (Jeremy Irvine), nicht seinen versoffenen Vater Ted (Peter Mullan, links) an sich heran. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Eine Beziehung von großer Leidenschaft: Albert (Jeremy Irvine) möchte sich nicht von Joey trennen. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Die junge Französin Emelie (Celine Buckens) möchte die zwei Kriegspferde, darunter Joey (rechts), auf dem Hof ihres Großvaters (Niels Arestrup) verstecken. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Die britische Kavallerie stürzt sich mit gezückten Degen ins Verderben - ins deutsche Maschinengewehrfeuer. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Rassehengst Joey (links) durchlebt mit seiner Mutter eine unbekümmerte Jugendzeit in einer englischen Bauern-Idylle. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Für die schneidigen britischen Offiziere wirkt der Ausbruch des Kriegs zunächst wie ein großes Männerabenteuer. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Auch die jungen deutschen Soldaten (David Kross, links, und Leonard Carow) haben ein Herz für Pferde. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Völlig verängstigt stürmt Joey durch die Schützengräben des Stellungskriegs. ©DreamWorks II Distribution Co., LLC
Wo läuft dieser Film ...
Dieser Film wird aktuell leider in keinem Kino gezeigt.


