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Filmplakat

Extrem laut und unglaublich nah

Ahnenforschung einmal anders 


Jahr: 2011
Land: USA
Regie: Stephen Daldry
Darsteller: Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn
FSK: 12
Start: 16.02.2012

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"Extrem laut und unglaublich nah" bemüht sich, das Innenleben von Oskar Schell vor und nach seinem persönlichen 9/11 zu sezieren. In Rückblicken lernt der Zuschauer etwa, dass der Junge schon vor dem Tag, an dem sein Vater starb, ein Schisser war, dem selbst die Schaukel im Central Park zu gefährlich ist. Jetzt, auf seiner Suche quer durch New York, erzählt der Junge einer fremden Frau, dass er mal auf Asperger-Syndrom getestet worden sei und begegnet neuen irdischen Ängsten, Zügen, U-Bahnen, Brücken, Hochhäusern, alten Menschen, zum Beispiel.

Er gibt nicht auf, alles muss schließlich einen Sinn ergeben, findet er. Aber es gibt, so mahnt ihn seine verzweifelte Mutter in einer der bewegendsten Szenen unter Tränen, nichts Sinnloseres als den Tod seines Vaters und all der anderen Menschen, weil ein anderer Mann in ein Hochhaus geflogen sei. Das erkennt Oskar freilich nicht. Sein Motiv lautet: "Wenn die Sonne plötzlich nicht mehr wäre, wäre die Welt noch acht Minuten heil", sagt er im Verlauf seiner Suche, weil es genau solange dauern würde, bis ihr Licht die Erde nicht mehr erreicht. Diese acht Minuten will er sich seinen Dad mindestens bewahren. Vielleicht ja auch für immer.

Die Romanvorlage zu "Extrem laut und unglaublich nah" von Starautor Jonathan Safran Foer galt wie so viele Bestseller als unverfilmbar, weil Foer ein so unkonventioneller Erzähler ist und in seinem Roman auch Bilder, Briefe und Illustrationen zur Sprache werden ließ. Regisseur Stephen Daldry ("Billy Elliot", "Der Vorleser") ist es mithilfe seines Ensembles dennoch gelungen, aus der komplexen Geschichte einen zweistündigen, recht konventionellen Kinofilm zu drehen, der gleichzeitig Familiendrama, Liebesfilm, Märchen und Generationenporträt ist, ohne jemals in ein Extrem abzudriften.

Der vielversprechende Hauptdarsteller Thomas Horn sieht in seiner allerersten Rolle aus wie ein sehr junger Elijah Wood, allein mehr Kindlichkeit als Maskerade hätte ihm hier noch besser zu Gesicht gestanden. Max von Sydow brilliert als Großmutters Untermieter, dem es seit seiner Flucht aus dem Dresden des Zweiten Weltkriegs die Sprache verschlagen hat. Und die Besetzung von Sandra Bullock und Tom Hanks als Oskars Eltern hätte mehr Kitschmomente hergegeben, als Daldry sie zulässt. Am Ende sind es sogar vor allem Bullock und die letzten 30 Minuten, die aus einem überkandidelten Blockbusterversuch ein rührendes Familien- und Sozialdrama werden lassen.
 
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